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Freiwilligenbericht des Grundlehrgangs Lastrup

22.10.2012 | Bereich: Seminare

 "Ein Applaus" für den Grundlehrgang in Lastrup

 

HuHaHe, Saustall, Labbada. Beim Grundlehrgang in Lastrup wurden wir FSJler schnell Fans der sogenannten "Energizer", Spiele, die Spaß und Auflockerung bringen und leicht zu verstehen sind. Lehrgangsleiter Matze begeisterte immer wieder mit spontanen Spieleinheiten, wobei auch die gesanglichen Qualitäten unter Beweis gestellte werden sollten, wie etwa beim "Tiroler".

 

Spaß hatten wir aber auch bei den vielen Theorie-und Praxiseinheiten, in denen wir in das Geheimnis des Übungsleiter-seins eingeweiht wurden. Täglich standen mehrere Einheiten in der Sporthalle auf dem Plan. Die meisten theoretischen Inhalte lernten wir ebenfalls dort. So lauschten 48 Ohren dem Wissen von Hans-Dieter W., unserem nach eigenen Angaben fast 80 Jahre alten Lehrer. Da staunten einige nicht schlecht, als HDW (der übrigens einen BMW fährt) Aufschwung, Umschwung sowie sämtliche Selbstverteidigungsübungen locker flockig vormachte und uns daneben alt aussehen ließ.

Thema waren unter anderem Beginn und Abschluss einer Trainingsstunde.

Das Chaosspiel, Luftballonspiel, "Flitzi" (Rollbretter) - Rennen und das Reifenspiel waren einige Beschäftigungen, die wohl nicht nur kleine Kinder sondern auch eine Gruppe volljähriger FSJler in Bewegung versetzen. Nicht zu vergessen ist in diesem Zusammenhang Bambi, der als 17-jähriger der einzige nicht-Volljährige war, was ihn aber nicht daran hinderte, ebenso viel Spaß an den kleinen Aufwärmspielen zu haben. Zum Abschluss einer Stunde, so wurde uns erzählt, sollte der Puls wieder runterkommen. Am letzten Tag entspannten wir deshalb beim Pizzabacken auf dem Rücken des Lieblingspartners (HDW setzte großen Wert auf den Wortteil "Lieblings-") wobei eine Teilnehmerin in einen so tiefen Schlaf verfiel, das ihr Partner sie nicht mehr aufwecken wollte oder konnte und deshalb noch eine zweite Pizza auf ihrem Rücken buk.

Stundenbeginn-und Ende allein machen bekanntlich nicht eine gute Sportstunde aus. Nach der ausgiebigen Analyse des Wortes "Kondition"

(kommt vom lateinischen "Conditio" und bedeutet "körperliche

Gesamtverfassung") erarbeiteten wir spielerische Möglichkeiten zur Verbesserung von Kraft, Schnelligkeit, Ausdauer, Koordination und Beweglichkeit. Ersteres kam beim Matten-Fall zum Einsatz. Ein Teilnehmer legte sich auf einen aus 2 Matten bestehenden Weichboden-Stapel. Die anderen Übungsleiter-Anwärter hoben die obere Matte gemeinsam hoch und ließen sie wieder auf die untere knallen.

Nach über 20 Mal Matte-Anheben merkten zumindest die größeren Teilnehmer eine Anstrengung in den Armen. Aber das war HDW noch nicht genug. Im zweiten Durchgang legte sich immer zusätzlich ein Sportler auf die untere Matte und ließ die obere Matte samt Teamkollegen auf sich runterfallen (wir leben alle noch und haben keine Schäden von dieser Aktion aufzuweisen =)). Dieses, aber auch viele andere Spiele wie Mattenrutschen (Schnelligkeitsausdauer) oder mit verbundenen Augen über eine Bank balancieren (Koordination) dienten nicht nur als Übung zur Verbesserung der Kondition, sondern sprachen auch die Emotionen "Angst" und "Vertrauen" an. Deshalb verstanden wir uns als Gruppe nach kürzester Zeit überraschend gut. Besonders große Angst herrschte bei einigen, als sie eine steile Bank hochlaufen, oben auf dem Reck stehen bleiben, und danach runterspringen sollten. Aber auch da zeigte uns HDW, wie man das Ganze noch steigern kann, und ließ uns das Gleiche noch einmal rückwärts machen. Danach kam es dann zum großen Fallschirmsprung. Die "Bären" (starke Jungs) zogen eine Teilnehmerin bzw. einen Teilnehmer an den Ringen bis unter die Hallendecke. Die/der dort oben Baumelnde sprang daraufhin wieder nach unten. Besonders unsere Lehrgangsleiter-Assistentin Gonna hatte mit ihrer Höhenangst zu kämpfen. Alle litten mit ihr, als sie sich überwinden musste, zu springen. Als Belohnung gab es natürlich, wie so oft in dieser Woche, "Ein Applaus" von der Gruppe. Die Betonung liegt dabei auf "ein", mehrmaliges Händeklatschen ist da strikt tabu! Diesen gab es auch, als Bambi seinen 1,5-Minuten-Test bestand. Mit HDW, welcher Bambi in 1,5 Minuten fertig machen wollte, hatte er um eine Kiste Wasser gewettet.

Nachdem Bambi kurz vor Ende hechelnd am Boden saß, HDW erstmal mitteilte, dass er nicht Matthias heißt (HDW hatte ihn fälschlicher Weise mit dem Namen eines anderen FSJlers angefeuert) und dann doch noch mal hochsprang, hatte er die Anfeuerungsrufe und den Belohnungs-Klatscher auf seiner Seite.

Einmal wollte HDW seine Rolle als Lehrer dann doch ablegen. Er verteilte Karten mit verschiedenen Übungen zu Kräftigung. Jeder stellte daraufhin seine Übung samt der dabei trainierten Muskelgruppen vor. Dabei übten wir, vor einer Gruppe Übungen verständlich zu erklären und lernten gleichzeitig viele Möglichkeiten zur Krafttrainings-Gestaltung kennen.

Für eine besondere Abwechslung sorgte unsere "Sport und Musik"-Trainerin Simone. Im 27 Grad warmen Freibad in Löningen war es zwar deutlich wärmer als im schönen Lastruper Naturbad, wo man es aufgrund fehlender Beheizung nicht länger als einige Minuten aushielt.

Dennoch machten die an dem Abend doch schon recht niedrigen Außentemperaturen uns zu schaffen. Da halfen auch die verschiedenen Fitness-Übungen im Rhythmus zur Musik nicht weiter. Am gleichen Abend hatten wir bis 22 Uhr noch eine Einheit "Sport und Musik" bei Simone in der Halle, wobei so manch einer seine Bewegungs- und Rhythmuskünste mit Spaß zur Schau stellte.

Um auch noch mal außerhalb der Lerneinheiten etwas zusammen zu unternehmen, suchte Matze mit uns am letzten Abend spontan die Dorfkneipe auf. Obwohl wir der Kneipe wohl einen rekordverdächtigen Umsatz bescherrten, waren am nächsten Morgen alle Kandidaten noch einmal konzentriert bei der Sache, als wir lernten, dass ein Trainer dem menschlichen Bedürfnis (auf Toilette gehen) immer nachkommen darf und dabei seine Aufsichtspflicht nicht verletzt.

Zum Abschluss zogen wir jeder ein Resume der Woche. Zusammenfassend waren die meisten sich einig: "Am Anfang hatte ich nicht so viel Bock, aber dann ist es viel besser geworden, als ich erwartet hatte." Mit dem Essen der Sportschule waren wir auch zufrieden, nur mit der frühen Abendbrots-Zeit (18 Uhr, also wie im Altenheim) konnten wir uns nicht so ganz vereinbaren. Immerhin lernten wir so die Metropolregion Cloppenburg und Umgebung bei der Suche nach einem McDonalds kennen.

Obwohl es auch ein paar Invaliden zu vermelden gab, die die Woche trotz Fuß-, Bein- oder Armverletzungen tapfer durchhielten, waren alle froh, dabei gewesen zu sein. Auf den nächsten Lehrgang im November sind wir schon sehr gespannt und wir bedanken uns bei Matze, Gonna, HDW und Simone für die Erlebnisreiche Woche: "Ein Applaus!"


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