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Freiwilligenbericht von Langeoog 2

25.10.2012 | Bereich: Seminare

Ein Tiroler trifft auf die Langen Oger


1.Tag: Montag
Um 12 Uhr war Treffen am Fähranleger Bensersiel. Je näher man dem Norden kam desto schlechter wurde das Wetter. An Deck der Fähre hielt man es deshalb auch nicht lange aus. Auf Langeoog fuhren wir mit einer bunten Bummelbahn in den Ort. Nach einer halben Ewigkeit hatten dann auch alle den Treffpunkt, die Düne 13 gefunden und die Teamer konnten sich vorstellen. Der verhasste 4km-Marsch zum Zeltplatz über den Strand war dann für alle auch nicht mehr so schlimm, als sie das Meer sahen. Endlich am Ziel wurden Dienste verteilt, die Zelte bezogen und alle freuten sich, dass es keine Isomatten gab und ausreichend Steckdosen für die Handy-Suchtis vorhanden waren. Für ein weiteres Aufatmen sorgte die Nachricht, dass die Fußball-EM auch auf Langeoog gesehen werden konnte. Beim Abendessen wurden alle satt, auch wenn 50% ihren Trinkbecher vergessen hatten. Das Abendprogramm sorgte dafür, dass wir uns alle besser kennen lernten, ob beim Steckbriefschreiben, „Alle die-„ Kreis oder Namen tanzen. Es war ein lustiger Abend, der auch noch zur Folge hatte, dass jeder einen besten Freund für die Woche aufgedrückt bekam. Wer sein eigener bester Freund war, musste man herausfinden.
Nachdem Spanien Kroatien aus dem Viertelfinale gekickt hat, fielen beinahe alle todmüde ins Zelt, außer die Bewohner der Zelte 23 und 25 – die sorgten gleich erst mal für Stress!


2.Tag: Dienstag
Für einige fing der Morgen brutal an. Ob freiwillig oder nicht, sie wurden ins kalte Wasser geschmissen. Der eine ins Meer, der andere gegen seinen Willen unter der Dusche. Der Frühsport überzeugte immerhin eine Hand voll Leute. Nach dem Frühstück sah alles schon viel besser aus. Es gab wieder warmes Wasser und dazu Sonnenschein und Windstille.
Beim Vereinsplanspiel bereiteten die bereits eingeteilten Gruppen alles für eine Präsentation am Abend vor. Ob „Sportfreunde Dünhausen“ oder „Dünamo Langeoog“ – alle waren sehr kreativ. Nach dem Mittag trennten sich wieder die Geschmäcker. Einige schnappten sich die Bundeswehrdecken von Ilse und legten sich auf die Wiese, andere fuhren mit dem Rad in den Ort und wieder andere spielten Wikingerschach, Fußballtennis, Volleyball und Badminton. Das Wetter stimmte alle froh.
Nachmittags ging es dann an den Strand, wo verschiedene Trendsportarten ausprobiert wurden. Sandburging, Beachvolleyball, Lacrosse, Beachhandball oder Flag Football – der Spaß kam nicht zu kurz und alle waren danach kaputt und viele klagten über den ersten Sonnenbrand. Die ganz Harten trauten sich noch ins Wasser. Doch noch vor dem Abendessen wurden die ersten Ergebnisse des Vereinsplanspiels präsentiert. Wer wollte, konnte dann wieder Fußball sehen, doch zunächst wurde der DÖdelköNIG gekrönt. Diesen Titel musste man sich hart erarbeiten mit Dummheiten und tollpatschigen Aktionen. An diesem Tag wurde es Robin, der am Morgen den Deckel seiner Kontaktlinsenflüssigkeit in den Abfluss fallen gelassen hatte, weswegen das Waschbecken abgebaut werden musste. Danach war Treffen am Strand, wo die Referenten ein Lagerfeuer mit Stockbrot und Fackeln im Sand vorbereitet hatten. Ein Abend mit toller Atmosphäre, der für alle unterschiedlich lang war.


3.Tag: Mittwoch
Beim Frühstück verkündete der amtierende Dönig seine Regel. Für seine Amtszeit galt, dass man den Kobold vor jedem Schluck vom Rand des Getränks absetzen und danach wieder daraufsetzen musste. Danach war die zweite Einheit des Vereinsplanspiels, worauf die Präsentation der Ergebnisse folgte. In der Mittagspause waren alle wieder frei, doch viele zog es nach drinnen, denn die Sonne knallte sehr. Ökologie hatte alle schon abgeschreckt, doch diesmal hieß es Müll sammeln am Strand, sodass wir einen riesigen Strandabschnitt von Netzen, Müll und Strandgut befreiten. Danach präsentierten wir in Kleingruppen unsere Projekte, die wir an unseren Einsatzstellen gemacht hatten. Jede Gruppe wählte einen aus, der seine Präsentation noch einmal in der großen Gruppe zeigen sollte. In der Zwischenzeit hatten die Referenten das Vereinsplanspiel ausgewertet und der „TSV Sandig Gestrandet“ wurde zum Sieger gekürt. Der neue Dönig wurde Kerstin, die lieber die Finger von Bällen lassen sollte. Abends trafen sich fast alle in der Düne 13 und verbrachten die halbe Nacht dort mit tanzen, lachen und dem Trinken von unalkoholischen Getränken. Einige blieben zurück und gingen rechtzeitig zu Bett. Nach diesem Abend brodelte die Gerüchteküche jedenfalls wie wild!


4.Tag: Donnerstag
Hangover im Camp – wer mehr als vier Stunden geschlafen hatte, war gut dran. Der Rest half sich mit Kaffee. Kerstins Regel für den Tag war, dass jeder, der einen Raum betritt diesen mit einer Verbeugung begrüßen musste. Vormittags wurden einige Projekte der ganzen Gruppe vorgestellt. Außerdem musste man sich die Workshops für den Nachmittag aussuchen. Zur Auswahl standen Reflexion, Vielfältigkeit, Trendsport und Selbstentwicklung. Die Mittagspause hieß für viele Schlaf nachholen und für den Rest das Wetter genießen, denn es hatte immer noch nicht geregnet. Am Nachmittag hatten wir dann die Möglichkeit unseren FWD nochmal rückblickend zu betrachten, auszuprobieren wie man ohne Absprache bei verschiedenen Spielen zurechtkommt, die eigenen Stärken und Schwächen zu betrachten und herauszufinden, wie es ist mit einem Stepbike zu fahren oder Poweriser unter den Füßen zu haben. Ehe man sich versah, war es schon der letzte Abend, der von einigen Referenten und Teilnehmern organisiert worden war. „Mein Team kann“ – jeder Referent hatte eine Gruppe bekommen und musste vor jedem Spiel einschätzen, wie viel diese in dieser Disziplin schaffen kann. Das Team, bei dem der Referent am Weitesten reizte, musste dann antreten. Feucht fröhlich ging es los mit einer Staffel, bei der Wasser aus einer Wanne mit dem Mund in einen Messbecher befördert werden musste. Spiel 2 war ähnlich, nur dass man ohne die Hände zu gebrauchen einen Apfel aus einem Wasserbad fischen und diesen mit dem Mund befördern musste. Verschiedenste Spiele folgten, wie beispielsweise auf eine Torwand schießen, mit den Füßen eine Zeitung in möglichst viele Stücke zu reißen, seinen Referenten nach genauen Vorgaben umzukleiden oder Liegestütz machen. Das letzte Spiel war für alle der größte Spaß. Einer aus jedem Team musste den Referenten ablösen und dann wurde immer eine Frage von einem Moderator vorgelesen. Die Vertreter aus den Teams mussten dann aufschreiben, was sie glauben auf wie viele diese Aussage zutrifft. Danach wurde anhand der großen Gruppe überprüft und Punkte vergeben. Dabei kamen langweilige Dinge heraus, wie zum Beispiel wer morgens Kaffee trinkt, aber vor allem Dinge, die man normalerweise nicht fragen würde. Der Abend war ein voller Erfolg und der Sieger war die Gruppe der Kühe. Zuletzt wurde der Dönig noch gekürt. Diesmal war es Yannick, der sich auf der Wiese langgelegt hatte und in Dreck landete.


5.Tag: Freitag
Nach dem Frühstück wurde alles zusammengepackt und die letzten Aufgaben erledigt. Im Abschlusskreis wurden die besten Freunde bekanntgegeben und jeder konnte ein schnelles Fazit aus der Woche ziehen. Viele waren unmotiviert nach Langeoog gefahren und gaben zu, dass sie schnell eines Besseren belehrt worden waren und jede Menge Spaß hatten. Gemeinsam gingen wir in den Ort, einige Ausgewählte durften als Belohnung für bestimmte Aufgaben mit dem Rad fahren. Nach der Bummelbahn und der Fähre regnete es stark am Fähranleger und der Abschied kam immer näher. Viele hatten noch einen langen Weg vor sich und wussten nicht, dass sie eine Reihe von Staus erwarten würde. Doch man war sich einig, dass es eine klasse Woche war und man den einen oder anderen bestimmt nochmal wiedersehen würde. Letztendlich nahmen alle neue Freunde, einen besten Freund, Erinnerungen an eine Woche, die nicht besser hätte sein können und einen neuen Ohrwurm mit: Ein Tiroler wollte jodeln, auf dem Berge am Hang….
 

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