Facebook

 

Bericht Abschlussseminar Edersee 1

30.06.2011 | Bereich: Seminare

 
Montag, 13:40h auf dem Weg zum Edersee: das Navi leitet uns zuverlässig durch die Walachei – doch wo ist das schöne blaue Wasser des Edersees, der laut Navi links neben uns liegen soll? Wir sehen nichts als ein Rinnsal bräunlichen Wassers neben uns – das ist er, der Edersee…

 

 

Endlich kommen wir im Sport- , Natur- und Erlebniscamp der Sportjugend Hessen an und nachdem um 15 Uhr alle FSJ’ler eingetrudelt sind startet das Abschlussseminar! Zuerst erkunden wir in Kleingruppen das Gelände rund um das Camp herum, balancieren dabei über zwischen Pfosten gespannte Drahtseile, klettern Hand in Hand eine Kletterleiter hoch und laufen durch einen Baumstammparcour. 

Nach der Erkundung dürfen wir endlich unsere Koffer den steilen Berg hochziehen und unsere Häuser beziehen, die auf Stelzen am Hang liegen und auf zwei Ebenen Platz für bis zu 10 Personen bieten. Kaum eingerichtet, geht es auch schon wieder bergab in den Gemeinschaftsraum, es gibt leckeres Essen und der erste Abend am Edersee endet mit Sport – für jeden ist etwas dabei: von Basketball über Fußball bis hin zu Volleyball.

Ab dem ersten Morgen geht es für jeden, der Lust hat, um 6:30 Uhr zum Frühsport, doch nicht jeder kann sich um diese Uhrzeit, wenn die Waschbären sich schlafen legen, aufraffen, sodass die Frühsportgruppe von Tag zu Tag schrumpft und nur die Hartgesottenen ihr Frühsportprogramm bis zum Ende durchziehen!

Was bei keinem Seminar fehlen darf, ist der theoretische Teil und auch hier gibt es wieder spannende Aufgaben für uns: wir dürfen auf dem Papier einen eigenen Sportverein gründen, einen Finanzierungsplan für diesen Verein aufstellen, ihn erläutern und dafür sorgen, dass der Verein einen FSJ’ler bekommt. Hierbei entstehen tolle Vereine, wie beispielsweise „Lokomotive Edersee“, „TREND Dünenhausen“ oder auch „Kampfgurus“. Nachdem alle Vereine die Jury davon überzeugt haben, der beste Verein zu sein, wird mit einem Punktesystem das beste Vereinskonzept gewählt und…. Tadadadaaaaa: TREND Dünenhausen mit dem Slogan „Das ist TREND – Integration durch SPORT“, ein Sportverein für Trendsportarten, gewinnt den ersten Platz!

Der Sport darf beim Seminar natürlich nicht zu kurz kommen und wir können uns auch in neuen Sportarten ausprobieren: so wagen wir uns mutig am Dienstag auf sog. „Poweriser“ (oder auch mit Vanessas Worten „Special-Beine“) und lassen uns trotz der waghalsigen 

Über-Autos-Springen-Wette bei „Wetten dass?“ mit Unfallfolgen nicht davon abhalten, wie Kängurus über das Gelände zu springen.

Wer lieber auf dem Boden bleiben möchte, rennt mit wie überdimensional aussehenden Wattestäbchen über ein Spielfeld und versucht einen Ball ins gegnerische Tor zu bekommen. Diese Sportart nennt sich „Bouncer-Ball“ und bringt großen Spaß, genau so wie die Sportart „Kin-Ball“. Hier spielen mind. drei Teams einen Ball mit einem Durchmesser von 1,20m hin und her und versuchen, dass dieser nicht auf den Boden kommt oder auf einer scharfen Kante landet. Wie der Zufall es so will, müssen wir uns von dem großartigen Ball verabschieden, da bei ihm nach einer Notlandung auf einer Drahtkante leider die Luft endgültig raus ist.

Uns geht die Puste jedoch nicht aus und wir laufen unsere Runden um die Tischtennisplatte, mit dem Ziel, beim „HEADIS“ (Kopfballtischtennis) im Rundlauf in die Endrunde zu kommen, um eine Krone zu ergattern. Auch für diejenigen unter uns, die keinen Drehwurm bekommen wollen, ist etwas dabei: auf dem schönen Sandplatz wird fleißig der Ball beim „Beachvolleyball“ über das Netz gebaggert oder gepritscht.

Die Dunkelheit bricht über den Edersee ein und die Werwölfe suchen das Camp auf… alle, die nach dem Abendsport noch Lust haben, versammeln sich und diskutieren über die bösen Werwölfe, die die friedlichen Campbewohner aufsuchen… Nur ab und zu werden die Diskussionen vom hauseigenen Eisautomaten unterbrochen, der mithilfe eines Saugers Eis aus einer Truhe ansaugt und mit seinem staubsaugergleichen Geräusch jeden Benutzer in seinen Bann zieht.

Wie wir Mitte der Woche erfahren, ist die Ederseeregion Naturerbe und so gehen wir, bewaffnet mit mehr oder weniger festem Schuhwerk und blauen Müllbeuteln, los, um Müll zu sammeln. Unsere Ausbeute ist beachtlich und reicht von Brotdosen über Klappstühle bis hin zu einem halb-vergammelten Autositz – und jeder Gegenstand hat seine eigene Geschichte, die natürlich mit Beifall der Zuhörer belohnt wird!

Auch Workshops dürfen bei einem Abschlussseminar nicht fehlen! Ob wir uns nun für „Persönlichkeitsentwicklung“, „Auswertung des FSJ“ oder „Vielfalt“ entscheiden, alles hat seine spannende Seite, ob sie nun was mit dem Thema zu tun hat oder auch nicht so ganz, wie es bei „Vielfalt“ der Fall ist: plötzlich entsteht an der Decke der Räumlichkeit ein schwarzer Fleck! Er beginnt sich zu bewegen und plötzlich wimmelt es nur so von Ameisen, sowohl mit, als auch ohne Flügel, sodass der Workshop verlagert werden muss, damit die Teilnehmer nicht an Erstickungsnot durch Insektenspray leiden müssen.

Anschließend geht es für mutige Freiwillige ins schlammige Seebett des Edersees, um Rugby zu spielen und vorzugsweise das „tackeln“ zu üben. Letzten Endes liegen so gut wie alle irgendwann im Schlamm, sehen aus wie die Erdferkel und hinterlassen ein verwüstetes Schlammfeld – aber es macht großen Spaß!!!

Andere mögen es lieber etwas sauberer: sie spielen „Lacrosse“ und rennen wie Hanni und Nanni über das Spielfeld. Dabei passen sie sich mit den Netzschlägern einen Ball zu und versuchen, das Tor der gegnerischen Mannschaft mit einem grandiosen „WUUUSH“ zu treffen.

Highlight der Woche ist das traditionelle Battle „Schlag den Referenten“, bei dem sowohl wir FSJ’ler, als auch die Referenten jeweils vier mehr oder weniger lustige Spielchen auswählen und gegeneinander antreten. Es ist spannend… Anfangs liegen die wir vorn, doch schon bald wird es durch eine Wortverwechslung aus eigenen Reihen (Bertino: „WELT“) ein hartes Kopf-an-Kopf-Rennen! Nach acht Spielen herrscht Gleichstand und der geniale Schiedsrichter zieht das Entscheidungsspiel: das Tamponspiel! Drei von uns treten gegen drei Referenten an, beide Mannschaften gleichermaßen bemüht, einen über dem Po befestigten Tampon in einer Wasserflasche zu versenken, darauf wartend, dass dieser sich vollsaugt. Mit baumelnder Flasche geht es dann via Slalom ins Ziel. Es sieht gut aus für uns. Doch da passiert es: der Tampon rutscht aus der Flasche und ZACKBOUM: die Referenten gewinnen – nicht nur dieses Spiel, sondern das gesamte Battle!

Es ist jawohl klar, dass wir sie haben gewinnen lassen, schließlich sollen sie am letzten Morgen nicht der Blöße ausgesetzt sein, die gesamte FSJ’ler-Gruppe in Bikini bzw. Badehose beim Frühstück zu bedienen! Viel lieber richten wir ihnen eine wunderschöne Tafel her, basteln Kronen und bedienen Ihre Hoheiten beim Frühstück!

Eine tolle, lustige und spannende Woche geht zu Ende und am Freitag verlassen alle mit Teilnahmebescheinigung, Urkunde und jede Menge neuen Erfahrungen im Gepäck das Camp und machen sich auf Weg zurück in die Zivilisation…









Neele Tödter, Mirjam Sobeczko