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Bericht vom ÜL-C Seminar in Clausthal

01.09.2011 | Bereich: Seminare

Clausthal-Zellerfeld. Kalenderwoche 31.
Montag 13 Uhr…

22 Jugendliche stehen vor einer Tafel und malen Strichmännchen, was da los? …


Wir befinden uns am Anfang des Grundlehrgangs für den ÜL-C Schein (Übungsleiter C- Lizenz). Kerstin und Olli begrüßen uns aufs Herzlichste. Diese Beiden sollten uns in der vor uns liegenden Woche, noch viel Freude und Spaß (!) bereiten (Anm. d. Red. "Spaß ist nicht greifbar!" Zitat Arne). Nach der herzlichen Begrüßung, dem ersten Kennenlernen und dem Verteilen der Zimmer, zeigten sie uns jedoch schon zum ersten mal ihre harte Seite, es gab Regeln. Striktes Alkoholverbot, rauchfreie Zone, Pünktlichkeit, Respekt, aktive Teilnahme, gegenseitige Akzeptanz und Teamwork. Nach einer ausreichenden Umzieh und Zimmerbeziehzeit ging es auch schon sofort mit unserem ersten Thema "Spiele haben Ziele" ("Spiele haben Spiele" Zitat Olli) los. Wir übten uns auch nicht groß im theoretischem Geschwafel, sondern fingen gleich mit körperlicher Ertüchtigung an. Wir lernten den Unterschied zwischen großen, kleinen und Freizeitspielen und testeten natürlich auch einige kleine Spiele aus, die uns sehr viel Freude und ein zusätzliches Bauchmuskeltraining (Lachen) lieferten. Nach dem ersten Genuss der häuslichen Verköstigung um 18 Uhr, verbrachten wir den Abend mit einem eher theoretischen Teil, Infos rumd ums FSJ. An dieser Stelle lässt sich anmerken, das schon nach diesem ersten halben Tag sich eine gute Gemeinschaft innerhalb der Gruppe abzeichnete, was letztlich auch durch viele kleine und vor allem lustige "Energizer" gefördert wurde ("Das Kroderlspiel","Schweinchen vs. Rennauto", "Hello Joe"…).
Der zweite Tag begann für einige Verrückte schon deutlich früher als für die meisten anderen, mit Frühsport um 7.00 Uhr. Die Meisten krochen allerdings erst gegen 8.00 Uhr aus ihren Höhlen, pünktlich zum Frühstück. Nach dem Frühstück war unser erstes Thema "Aufbau einer Übungsstunde" mit Arne.
Wie immer begannen wir mit einem "Energizer" à la Arne. Aufgefrischt mit positiver Energie, grenzenloser Motivation und einer ungreifbaren Prise Spaß (!) fingen wir mit der Theorie an. Anschließend gingen wir in die Halle und setzten vieles praktisch um, zum Beispiel beim "Blinden-Biathlon". Dies stärkte den gruppeninternen Zusammenhalt und hob das Gemeinschaftsgefühl noch einmal auf eine höhere Ebene, auch wenn manche Blinde nicht ohne Verletzungen aus diesem Spiel herausgingen (MONSTER-ZERSTÖRER-ZWERG aka Lennard). Anschließend gab es die zweite tägliche Nahrungsration und unser erstes Mittagessen in dieser Herberge, welches durchaus genießbar war. Um 13 Uhr trafen wir uns mit Nadine im Seminarraum, die uns noch einmal wichtige Information zum FSJ mitteilte. Danach versuchte das Mammut aka Olli uns etwas über Kommunikation zu vermitteln, wir hatten alle ein offenes Ohr! Der Rest des Nachmittags setzte sich aus Auf- und Abwärmspielen im wunderbaren Sonnenschein, sowie der Planung unseres eigenen fiktiven Projektes zusammen. Bis in den späten Abend hinein spielten wir eine spannende Partie Beachvolleyball, bei der sich unser "Flo" Chris gut in Szene setzte und auch Kerstin bei spielentscheidenden Momenten (Satzbällen) immer ihr Bestes gab.
Der Mittwochvormittag startete sehr theorielastig, Arne erklärte uns viel über unsere Rolle und die Pflichten als Übungsleiter, sowie über die gesetzliche Rechtslage in unserer Funktion. Viele Breaks und "Energizer" lockerten die Stimmung und halfen uns konzentriert zu bleiben. Danach folgte die alltägliche Raubtierfütterung (FLEISCH!), die Raubtiere (TN`s ) machten sich allerdings so gierig über ihre Beute her, das unser lieber Raubtierlehrer Arne nur noch eine vegetarische Mahlzeit zu sich nehmen konnte. Der Nachmittag wurde gefüllt von Kerstin und Olli, zunächst ging es um Vermittlungsformen im Sport, danach führten wir eine lehrreiche und sehr informative Diskussion über Dopingprävention, bei der auffallend viele Teilnehmer sich überraschend gut mit neuesten Tricks und Wirkstoffen auskannten. Nach dem Abendessen hatten einige von uns die Chance selbst die Rolle als Übungsleiter zu übernehmen und wir probierten einige kleine Spiele aus. Obwohl wir nur 1/3 der Sporthalle zur Verfügung hatten, da die Fechter wieder einmal Schwerter kreuzen spielten, bereiten uns Spiele wie Zombieball und Möhren ziehen viel Spaß (!). Um 21 Uhr traf sich dann geschlossen die ganze Gruppe noch einmal und trug ein Fußballturnier aus, das sich über geschlagene zweieinhalb Stunden erstreckte und noch einmal viele Kräfte bei uns allen mobilisierte. Da dann die meisten immer noch nicht am Ende ihrer körperlichen und geistigen Kräfte waren, traf sich die Mehrheit noch einmal zu zwei Partien "Werwölfe". Unerklärlich ist immer noch, warum unser guter Roland jedes mal in der ersten Nacht starb, während Kerstin beide Spiele gewann. Vielleicht hatten einige Teilnehmer einfach Angst keine Teilnahmebescheinigung zu bekommen? Diese Frage wird wohl ungeklärt verbleiben….
Am nächsten Morgen, nach vollkommen ausreichenden 7 Stunden Schlaf und einem kurzen Frühstück trafen wir uns im Seminarraum, um mit Olli das Thema "Fitness" zu erkunden. Nach kurzer Theorieeinheit begaben wir uns aber auch schon wieder in die Halle und meisterten zwei Parcours, die viele von uns an ihren körperlichen Grenzen heranführte. Ohne Olli's Motivation hätten wir das wohl nicht geschafft. Völlig durchgeschwitzt und erschöpft wankten wir zum Mittagessen und die Küche versorgte uns mit leckeren Nudeln. Da die für den Nachmittag angesetzte Einheit "Fitness 2" lautete, befürchteten einige der Vormittag wäre nur das Aufwärmprogramm zum Thema Fitness gewesen. Doch unser Drill-Instructor zeigte sich gnädig. Zunächst beschäftigten wir uns mit dem allgemeinen Aufbau unserer Muskeln, ihrer Funktion und besprachen dann anschließend verschiedene Methoden des Dehnens und Stretchings. Um auch gleich diese einmal praktisch zu erkunden, setzten wir uns in der Halle auf Matten und jeder konnte bei entspannter Hintergrundmusik Dehnübungen vorführen. Entspannt begaben wir uns dann um 15 Uhr zum Kaffeetrinken. Während des restlichen Nachmittags hatten wir Zeit unsere verschiedenen fiktiven Projekte fertig auszuarbeiten und vorzustellen. Das Projekt "Volleyball für Jedermann" gewann klar die sich anschließende Abstimmung und wir freuen uns auf das zusätzliche Kinderschminken mit Seppi in der nächsten Woche.
Aufgrund des wunderbaren Teamworks und unserer fleißigen Mitarbeit waren unsere Betreuer der Ansicht das wir uns eine Belohnung verdient hatten. Deshalb fand als Abendprogramm eine Grillparty statt, bei der alle eine gute Zeit hatten und natürlich auch satt wurden. Ein großer Dank geht allerdings auch an die beiden Grillmeister Chris und Micha, die ihre menschlichen Hungertriebe so gut im Griff hatten, das sie voller Enthusiasmus zwei Stunden den Grill bedienten, ohne sich selbst zu bedienen. Als Gegenleistung für ihre Arbeit verlangten sie allerdings von jedem Hungrigen bevor er ein Steak oder eine Wurst bekam, eine Weisheit, ein Gedicht oder ein Zitat aufzusagen. Hier taten sich vor allem Anastasia und Sebastian hervor, wobei auch Olli ("Wer andern eine Bratwurst brät, hat ein Bratwurstbratgerät") eine lobende Weisheit kund tat. Nachdem wir uns eine Zeit lang in kleinen Gruppen mit Volleyball, Fußballtennis oder anderem beschäftigt hatten, traf sich die gesamte Gruppe noch einmal zu einer abschließenden Partie "Werwölfe". Diese zog sich über satte zweieinhalb Stunden hin und bot viel Spannung und wilde Diskussionen.
Am Freitagmorgen konnte man nicht mehr wirklich von hochmotivierten Teilnehmern sprechen. Den meisten taten die Muskeln weh (Danke Olli, du bist ein guter Drill-instructor) und viel geschlafen hatten wir auch nicht. Nach einem kurzen Frühstück begann der für diese Woche letzte Theorieteil mit dem Thema “Koordinative Fähigkeiten”, an den sich auch ein kleiner Praxisteil anschloss. Nervtötend wirkte das allerletzte Spiel (“Illehib und die vier Schweinchen”), das sonst wohl eher für Begeisterung gesorgt hätte.

Abschließend muss man sagen, das wir eine tolle erste Lehrgangswoche hier in Clausthal-Zellerfeld verbracht haben. Obwohl die meisten von uns ziemlich erschöpft sind und das Wochenende nach Möglichkeit im Bett verbringen möchten, freuen wir uns alle auf nächsten Montag und die gesamte nächste Woche. Das liegt sowohl an unseren beiden lieben Übungsleitern, die uns motivierten und die beide sehr tolle Menschen sind, als auch an der guten Gruppengemeinschaft die im Laufe dieser Woche entstanden ist.