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Freiwilliges Ökologisches Jahr im Sport

03.12.2010 | Bereich: FÖJ im Sport


Bis Oktober 2010 haben 16 Jugendliche in Niedersachsen einen Freiwilligendienst im Sport mit ökologischen Schwerpunkten begonnen. Gemeinsam haben die Alfred-Toepfer Akademie Niedersachsen (NNA) und der ASC Göttingen von 1846 e.V. in Kooperation mit der Sportjugend Niedersachsen als Träger für das FÖJ in Niedersachsen bzw. das FSJ im Sport in Niedersachsen ein Konzept entwickelt, welches es jungen Menschen ermöglicht, ein Freiwilliges Ökologisches Jahr im Sport zu absolvieren. Die Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung und die Niedersächsische Bingostiftung für Umwelt und Entwicklungszusammenarbeit unterstützen das Modellprojekt in den nächsten zwei Jahren.

 

Im Wesentlichen werden vier Einsatzbereiche für die Jugendlichen gesehen, mit denen sie sich in der jeweiligen Einsatzstelle auseinandersetzen können. Ein Baustein ist die Natur in den Sportstätten. Hier können Vereins- oder Schulgelände z.B. mit ökologischen Bewegungsangeboten (Naturparcours) gestaltet werden. Ein weiterer Tätigkeitsbereich ist das Sporttreiben in der Natur. Die Jugendlichen sammeln Erfahrungen in Outdoorsportarten und der Erlebnispädagogik. In diesem Zusammenhang spielt die Verträglichkeit des Sporttreibens mit dem Umwelt- bzw. Naturschutzgedanken eine zentrale Rolle. Ein dritter Baustein ist die ökologische Ausrichtung der Sportstätte. Die Freiwilligen gehen der Frage nach, ob der Energie-, Wasser- und Ressourcenverbrauch der Sportstätte verbessert werden kann. Der vierte Schwerpunkt ist ein nachhaltiges Eventmanagement. Dabei geht es darum, dass (Sport-)Feste oder andere Veranstaltungen so geplant werden, dass möglichst wenige Ressourcen verbraucht werden.
Die Vielfältigkeit der Einsatzmöglichkeiten spiegelt sich in den unterschiedlichen beteiligten Einsatzstellen wieder. In Sportvereinen wie dem Turn-Klubb zu Hannover, Calenberger Canoe Club Barsinghausen und dem ASC Göttingen geht es u.a. um naturnahe sport- und erlebnispädagogische Angebote für Kinder und Jugendliche.
Die Bildungsstätte der Sportjugend Niedersachsen in Clausthal hat in diesem Jahr zwei FÖJlerinnen. Sie erweitern das Sport- und Freizeitangebot für die Gäste des Hauses um Baum- und Waldrallyes, einen Sinnespfad oder Naturerlebnisparcours.
Das Sporttreiben in Naturräumen haben sich die Einsatzstellen Surf Club Steinhuder Meer, CAN Freizeit und Bildung e.V. und erlebnistage.harz auf die Fahne geschrieben. Hier geht es in besonderer Weise um das Erlebnis in und einen respektvollen Umgang mit der Natur.
Das LOTTO Sportinternat im LandesSportBund Niedersachsen in Hannover bietet seinen Bewohnerinnen und Bewohnern unter anderem ein Freizeitangebot. Die Unterstützung des Betreuerteams bei der Planung und Durchführung von Angeboten wie umweltpädagogischen Arbeitsgemeinschaften ist ein Aufgabenbereich der FÖJlerin im Internat.
Der Wasserski- und Wakeboardverband hat das Ziel, einen Ergebnisbericht über die Beeinflussung des Wasserski- und Wakeboardsports auf seine Umwelt zu erarbeiten. Bei dieser Aufgabe erhält der Verband maßgebliche Unterstützung eines FÖJlers, der sich mit dieser Frage beschäftigen wird.
Das Umweltzentrum Hollen als langjährige FÖJ-Einsatzstelle beschäftigt sich mit dem Umgang von Sportvereinen mit Ressourcen im Trainingsbetrieb. Zwei FÖJler im Sport führen Schulungen in Sportvereinen mit den jugendlichen Mitgliedern und ihren Übungsleitern durch.
In vier Schulen in Niedersachsen (Gymnasium am Bötschenberg, Grundschule Rostrup, Leineberg Göttingen und Geschwister-Scholl-Gesamtschule) bereichern Freiwillige durch ihren Einsatz im ökologischen und sportlichen Bereich den Alltag der Schülerinnen und Schüler.
Die Freiwilligen werden durch insgesamt 25 Seminartage für ihre Aufgaben in den Einsatzstellen fortgebildet. Die erste Seminarwoche fand unter dem Motto „Ökologische Spurensuche“ in der Bildungsstätte der Sportjugend Niedersachsen in Clausthal-Zellerfeld statt. Dem Einführungsseminar mit Outdoorcharakter kommt eine besondere Bedeutung bei der Gruppenfindung und beim Einstieg in umwelt- und naturschützerische Fragestellungen zu. Daneben konnten die beiden Teamer der NNA und des ASC Göttingen wichtiges Werkzeugwissen (wie Grundlagen von Sporterlebnispädagogik und der erste Einstieg in die eigene Projektarbeit) vermitteln, das die Teilnehmer in ihren Einsatzstellen einsetzen können. Mit großem Engagement und viel Freude hat die bundesweit einzige FÖJ im Sport-Gruppe die Seminararbeit begonnen. Ein Projektschulungsseminar wird Ende November in der Akademie des Sports in Hannover stattfinden. Die Freiwilligen werden dort ganz konkret an ihren ökologischen Sportprojekten arbeiten und in Methoden des Projektmanagements geschult.