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Seminarbericht Sport Interkulturell

30.06.2017 | Bereich: Seminare

Melle 16.06.-18.06.2017

Das Seminar begann mit einer kurzen Führung über das Gelände und den Kennenlernspielen. Daraufhin sollte in Kleingruppen der höchste Turm aus einigen Spaghetti gebaut werden, aber so, dass er noch das Gewicht einer Dattel tragen kann. Nach dem Abendessen war die Aufgabe, in 4er Gruppen ein Landschaftsbild zu malen. Dabei durfte nicht gesprochen werden und jede Person bekam eine Aufgabe, wie zum Beispiel das Bild zu teilen, oder alle Zeichnungen der anderen zu verbessern. Hierbei kam gut zur Geltung, dass geheime Aufgaben einerseits total auffallen können (andere Verbessern, einen Baukran ins Bild zeichnen), andererseits aber auch sehr unauffällig sein können (der Boss sein, sich beim Zeichnen auf den Tisch setzen).

Je nachdem, wie das eigene Verständnis der Aufgabe ausgelebt wird, können ganz verschiedene Ergebnisse erzielt werden: Die Aufgabe „Teile das Bild“ kann so verstanden werden, dass man den Horizont malt, einen vertikalen Strich zieht, jedem eine eigene Fläche zuordnet, oder das Bild am Ende zerreißt.
Am Samstag gab es Raum für Fragen, die die Teilnehmer-/innen schon länger beschäftigen und die andere Kultur betreffen. Eine Frage war zum Beispiel, warum die Deutschen immer so ernst sind, oder  wie schwer man sich die Integration vorstellen muss, was die Geflüchteten aus ihrer Heimat vermissen, etc. Später wurde die Gruppe in zwei Kleingruppen aufgeteilt, die jeweils einem aus der anderen Gruppe gegenübersaßen. Alle sollten die Augen schließen und auf ein Kommando durfte eine Gruppe die Augen öffnen und sollte sich ein Bild einprägen. Nachdem die Augen der Gruppe wieder geschlossen waren, bekam die andere Gruppe ein leicht anderes Bild zu sehen. Nun sollte gemeinsam das „eine“ Bild gezeichnet werden, ohne dabei zu reden. Der Konflikt zwischen Mann und Maus wurde unterschiedlich gelöst – nicht ein Bild sah wie ein anderes aus. Es wurde deutlich, wie wir geprägt werden durch äußere Einflüsse und diese direkt anwenden wollen und verwirrt sind, wenn diese Prägungen sich nicht erfüllen lassen. Zudem stellte sich die Einzigartigkeit der per-sönlichen Prägungen heraus: jeder hatte sich einen klein wenig anderen Teil der Maus bzw. des Mannes gemerkt. Mit Hilfe des Bewusstsein-Rades (wahrnehmen, interpretieren, urteilen, han-deln) wurde das Phänomen und der Ablauf in dem Gehirn jedes Menschen zu jeder Wachphase erklärt.
Auf dem Sportplatz wurde das gute Wetter genutzt und einige lustige Sportspiele gespielt: Fluss-überquerung, Katze und schwache Maus, das Virusspiel, das Ampelspiel. Am anschließenden freien Abend haben sich alle zum Beachvolleyballspielen verabredet und danach noch gemütlich den Abend ausklingen lassen. Ein Geflüchteter hat in leicht verkleinerter Runde von seiner Flucht-geschichte berichtet.
Der Sonntag begann mit der Aufgabe, einige Spiele nonverbal anzuleiten. Die Spiele waren meist für Kinder gedacht, aber auch als Pausenspiele für Erwachsene nicht zu unterschätzen. Anschlie-ßend wurde noch ein symbolischer Ballon individuell angemalt und mit einem Spruch „in die Welt gesendet“. Draußen haben die Teilnehmer jeweils für 5 Minuten ihren blinden Partner mithilfe von Arm-, Hand-, oder sogar nur Fingerkontakt über das Gelände geführt. Als Abschluss wurden noch einige Materialien zum Thema Sport Interkulturell ausgeteilt und die ausstehenden Formalia ge-klärt. Nach dem Mittagessen traten alle die Rückreise an.

Dorian Marx