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Seminarbericht Ruderlehrgang

20.01.2015 | Bereich: Seminare

Vom 16. bis zum 28. November 2014 fand in der Ruderakademie in Ratzeburg der diesjährige Lehrgang für die Trainer-C-Lizenz der Bufdis unter der Leitung von Andreas König statt. Verstärkt wurden die 17 Bufdis der Deutschen Ruderjugend durch 4 weitere BFDler und FSJler, die ebenfalls in Rudervereinen tätig sind.
Die Anreise aus ganz Deutschland erfolgte am späten Sonntagnachmittag und es wurde sogleich im Seminarraum mit einigen Kennenlernspielen begonnen. Nach dem Abendessen ging es das erste Mal in die Halle, um kleine Spiele kennen zu lernen und auszuprobieren.
Der Montagmorgen begann mit einer Gruppenarbeit über Zielgruppen im Verein, um möglichst gut auf deren Wünsche und Ziele eingehen zu können. Besonderes Augenmerk wurde hierbei auf das Pararudern gelegt, da einige Bufdis in ihrem Verein mit behinderten Menschen arbeiten. Am Nachmittag sprachen wir über die Planung und Durchführung von Sportstunden in der Halle, was ja im Rudern den Winter über eine große Rolle spielt. Zum Abschluss des Tages waren wir wieder in der Turnhalle, dieses Mal um große Spiele wie zum Beispiel amerikanisches Völkerball oder einfach Fußball zu spielen.

Am Dienstag durften wir Dirk „Brocki“ Brockmann, den Hamburger Landestrainer begrüßen. Er vermittelte uns in einem anschaulichen Vortrag wichtige Aspekte aus den Themen Kondition und Koordination. Am Nachmittag widmeten wir uns dann den Trainingsmittel- und Prinzipien. Am Abend gab es dann eine erste individuelle Lernzeit.
Am Mittwochvormittag kam der Mediziner Dr. Frank Heblich zu uns in die Ruderakademie, um uns einige ganz grundlegende Aspekte der Sportmedizin zu vermitteln. Hierbei ging es in erster Linie um die Prävention von Sportverletzungen, jedoch auch um viele weitere Dinge wie den Aufbau des menschlichen Bewegungsapparates und die Funktionsweise von Muskeln. Nach dem Mittagessen gingen wir das ernste Thema Kinder-und Jugendschutz an, welches Andreas jedoch interessant und locker gestaltet. Neue geistige Kraft für das Abendprogramm schöpften wir in der Sporthalle, wo wir uns an verschiedenen Möglichkeiten des Stationstrainings austesteten. Am Abend knüpfte Hauke Bartram dann mit einem Vortrag über sportbiologische Grundlagen an das Thema des Vormittags an. Faszinierend für die meisten waren die Möglichkeiten, die das höchstintensive Intervalltraining bot. Sehr interessant aber waren auch die Unterschiede zwischen dem Laktatschwellenmodell und dem polarisierenden Modell. Den Donnerstagabend verbrachten wir in einer Bar in Ratzeburg.
Am Freitag beschäftigten wir uns dann das erste Mal direkt mit dem Rudern und der Technik. Hierbei referierte Reinhart Grahn, Leiter des Sportinternats, bei uns. Wir begannen mit der Videoanalyse von zwei Freiwilligen, die sich schon Anfang der Woche beim Rudern hatte Filmen lassen. Daraufhin untersuchten wir auch noch die Aufnahmen vom Rennen der Männerdoppelvierer bei Olympia ganz genau auf Fehler. Mit diesen Eindrücken aus der Praxis gingen wir dann das Ruderleitbild in der Theorie durch. Mit Reinhart und Andreas besprachen wir dann auch die Anfängerausbildung und worauf man dabei ein besonderes Augenmerk legen sollte. Zum Abschluss des Tages absolvierten dann noch alle Teilnehmer eine Einheit beim Team Rowing auf dem Ergo.
Der Samstag begann mit einer kurzen Einführung zum Stabilisations- und Beweglichkeits-training von Sebastian Schulz, einem Ratzeburger Trainer, der uns daraufhin auch beim praktischen ausprobieren in der Sporthalle anleitete. Am Nachmittag erläuterte uns Svenja Kilzer dann die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Sport, aber auch die Planung von Verpflegung beispielsweise für eine Regatta oder eine Wanderfahrt wurde besprochen. Nach dem Abendessen wurde ein Spieleturnier durchgeführt. Wettbewerbe waren Eierlaufen, Schubkarrenparcour, Völkerball und Fußball.
Am folgenden Sonntagmorgen setzten wir uns zusammen mit Andreas mit dem Thema Anti-Doping auseinander. Ein paar wenige Bufdis berichteten, dass sie dem allgemeinen Kontrollpool angehören und konnten uns aus Erfahrung erzählen, wie eine Dopingkontrolle abläuft. Alle weiteren Fragen konnte das entsprechende Video dazu beantworten. Später kam es zum ersten Hallentraining, das von einer Gruppe der Bufdis selbst geplant wurde. Das „Team Tiger“ bereitete ein U15-Hallentraining vor. Eine gelungene Organisation und eindeutige Erklärungen zeichneten diese Gruppe aus. Der Rest des Tages verlief sehr entspannt, denn den gesamten Sonntagnachmittag konnte jeder verbringen, wie er wollte. So waren einige beispielsweise etwas plantschen im Schwimmbad. Es gab aber auch fleißige, die in der Akademie blieben, um ihre Sportstunde zu planen. Zum Abschluss des Tages entspannte man zusammen schwitzend in der Sauna. Wir bemerkten, dass die erste Woche wie im Flug verging.
Zu Beginn der neuen Woche starteten wir mit dem Thema Kommunikation. Viele von uns waren voreingenommen: „Das Thema ist total trocken. Und ausgerechnet das den ganzen Tag lang!“ Der Referentin Birte Hoffmann gelang es, uns alle von dem Thema zu begeistern. Wir lernten nicht nur etwas über Kommunikation, sondern durch kleine Teamspiele lernten wir untereinander zu kommunizieren.
Für die nächsten zwei Tage war vor allem Marc Swienty, vom Sportinternat Ratzeburg, unser Wegbegleiter. Er informierte uns ausführlich über den allgemeinen Trainingszyklus und die ruderspezifischen Trainingsmittel. Insgesamt ist das eine große Hilfe gewesen, um ein Training langfristig zu planen, was im Übrigen dann auch zur Aufgabe für verschiedene Gruppen wurde. Außerdem zeigte Marc uns auch in der Werkstatt der Ruderakademie die Basics zum Trimmen von Booten. Dazu durften wir auch selbst an einem Boot proben.
Zum Krafttraining erfuhren wir genaueres in der Theorie und auch in der Praxis, indem wir in dem Kraftraum der Ruderakademie einen Crashkurs im Umsetzen bekamen. Malte Glomp und Larina Hillemann kontrollierten unsere Ausführung an der Freihantel.
Der vorletzte Tag bat neben individuellen Lernzeiten und einem Hallentraining, organisiert vom Team „Königssitz“, vor allem ein sehr abwechslungsreiches Abendprogramm. Zunächst kam es zur „Oscar-Verleihung“, in welcher unter anderem unser Langschläfer, unsere Handyqueen oder unser Vielfraß ausgezeichnet wurde. Anschließend liefen wir alle kreuz und quer durch die Ruderakademie auf der Suche nach versteckten Karten. Jede Karte beinhaltete eine Frage oder ein Rätsel. Doch zusammen als Gruppe war jede Frage zu bewältigen. Zusammen bereitete der Abend große Freude.
Am letzten Tag wurden die behandelten Themen zusammenfassend dargestellt, sodass jeder den Lehrgang mit einer umfassenden Übersicht abschließen konnte. Mit der frisch erworbenen Trainer C-Lizenz im Gepäck, verabschiedeten wir uns von einander. Doch schon bald ist die BFD-Truppe wieder vereint: Im Januar werden sich alle im Bildungszentrum Ith beim Seminar zur politischen Bildungswoche wiedersehen.
Anton Krause, RV Nürnberg
Elias Sehr, Limburger CfW

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